Mail-Client ist die besonders im englischen Sprachraum verbreitete Bezeichnung für ein E-Mail-Programm, also ein Programm zum Schreiben, Versenden, Empfangen und Lesen von E-Mails. Die technische Bezeichnung Mail User Agent wird auch als MUA abgekürzt.

Der Zustellungsprozess einer E-Mail verläuft in vier Schritten: Der Versender erstellt die Nachricht mit seinem Mail-Client. Anschließend wird sie mit einem oder mehreren Mail Transfer Agents (MTA) übertragen. Daraufhin erreicht sie den Mail Delivery Agent (MDA) am Ziel-Server. Von dort aus wird sie vom Empfänger über seinen Mail-Client abgerufen.

Um eine E-Mail zu versenden, schickt der Mail-Client diese in der Regel per SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) an einen Smarthost (auch SMTP-Relay-Server), von wo aus sie dann an den Mail-Server des Empfängers weitergeleitet wird. Ist der Relay-Server jedoch nicht erreichbar, findet der Versand nicht statt. Alternativ dazu kann der Versand auch über einen lokal verfügbaren MTA (Mail-Transfer-Agenten) erfolgen. Dessen Installation ist zwar aufwändiger, jedoch können hierbei ausgehende E-Mails in einer lokalen Warteschlange zwischengelagert werden.

Für das Anzeigen einer Mail hat der Mail-Client zwei Möglichkeiten: Entweder sie wird über IMAP oder IMAPS direkt auf dem Mail-Server geöffnet oder von einem Mailserver – meist über POP3 oder POP3S – heruntergeladen, im Benutzer-Postfach abgelegt und dann geöffnet.

Zu den am meisten genutzten Mail-Clients gehören Mozilla Thunderbird und Windows Live Mail. Meistens werden die Programme kostenlos angeboten. Generell empfiehlt es sich die Datenübertragung zu verschlüsseln, da sonst Passwort und Nutzername abgehört werden könnten. Anbieter wie T-Online, Freenet, Web.de und GMX verpflichten ihre Nutzer seit 2014 dazu, Mails ausschließlich verschlüsselt zu versenden und zu empfangen.

 

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