SMS als zweiter Faktor: Das Ende einer Ära naht
Wer sich bei Microsoft-Konten bislang mit einem SMS-Code absichert, sollte aufmerksam werden. Ab dem 1. September schränkt Microsoft die Nutzung von SMS als Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) spürbar ein. Nutzerinnen und Nutzer, die noch auf dieses Verfahren setzen, werden aktiv aufgefordert, auf einen Passkey umzusteigen. Das klingt technischer als es ist, und es lohnt sich, das Thema rechtzeitig anzugehen.
Was ist ein Passkey überhaupt?
Ein Passkey ist ein gerätespezifischer digitaler Schlüssel. Er wird lokal auf Ihrem Gerät gespeichert und arbeitet mit biometrischen Merkmalen oder einer PIN zusammen: Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung über Windows Hello oder eine selbst gewählte Geräte-PIN. Der entscheidende Unterschied zu einem SMS-Code: Ein Passkey verlässt Ihr Gerät nie. Er kann nicht abgefangen, weitergeleitet oder durch SIM-Swapping kompromittiert werden.
Das ist keine Kleinigkeit. SMS-basierte 2FA gilt in der IT-Sicherheit seit Jahren als die schwächste Form der Zwei-Faktor-Absicherung. Angriffe, bei denen Kriminelle eine Mobilfunknummer auf eine eigene SIM-Karte übertragen lassen, sind dokumentiert und werden aktiv eingesetzt.
Was ändert sich konkret ab dem 1. September?
Microsoft schaltet die SMS-2FA nicht vollständig ab. Wer jedoch noch SMS-Codes nutzt, wird bei der Anmeldung aufgefordert, auf einen Passkey zu wechseln. Das kann im Arbeitsalltag zu Unterbrechungen führen, wenn die Umstellung nicht vorbereitet ist. Besonders in Unternehmen, die Microsoft 365 im Einsatz haben, betrifft das unter Umständen viele Konten gleichzeitig.
So stellen Sie um: Schritt für Schritt
Die Umstellung ist in den meisten Fällen unkompliziert. Gehen Sie in die Sicherheitseinstellungen Ihres Microsoft-Kontos und prüfen Sie, welche Methode für den zweiten Faktor hinterlegt ist. Dann wählen Sie Passkey als neue Methode aus und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm.
- Fingerabdrucksensor: Die einfachste und schnellste Variante, sofern Ihr Gerät einen hat.
- Gesichtserkennung mit Windows Hello: Funktioniert in der Praxis sehr zuverlässig, auch wenn gelegentlich Lichtverhältnisse eine Rolle spielen.
- FIDO-Key (Hardware-Sicherheitsschlüssel): Ein kleines USB- oder NFC-Gerät, erhältlich etwa über Amazon. Sie stecken es ein, geben eine PIN ein und sind angemeldet. Diese Methode bietet das höchste Sicherheitsniveau und eignet sich besonders für privilegierte Konten oder Mitarbeitende mit erhöhtem Schutzbedarf.
Warum das für Unternehmen mehr als eine Formalie ist
Für IT-Entscheider in kleinen und mittleren Unternehmen ist diese Änderung ein guter Anlass, die gesamte Authentifizierungsstrategie zu überdenken. Welche Konten sind abgesichert? Welche Methoden sind im Einsatz? Wer hat Zugriff auf kritische Systeme und wie ist dieser geschützt?
Genau an diesem Punkt setzt professionelles IT-Management an. Im Rahmen von Managed IT Services lassen sich solche Änderungen zentral und koordiniert ausrollen, ohne dass einzelne Mitarbeitende selbst aktiv werden müssen. Cybersecurity ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Es ist ein laufender Prozess, der regelmäßige Anpassungen erfordert, und Authentifizierung ist dabei einer der kritischsten Punkte.
Jetzt handeln, nicht warten
Der 1. September ist kein weit entferntes Datum. Wer mehrere Mitarbeitende hat, die Microsoft-Konten nutzen, sollte die Umstellung frühzeitig planen und testen. Ein kurzfristiger Anlauf kurz vor dem Stichtag kann zu Frust und Support-Aufkommen führen, das sich leicht vermeiden lässt.
Prüfen Sie jetzt Ihre Kontoeinstellungen. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen oder die Umstellung für mehrere Benutzer gleichzeitig koordinieren möchten, sprechen Sie uns an. Das ist genau die Art von Aufgabe, bei der ein erfahrener IT-Dienstleister schnell und pragmatisch helfen kann.
